Was sind Essstörungen?
Hinter dem Begriff "Essstörungen" verbergen sich unterschiedliche Krankheitsbilder, die bekanntesten sind:
- Magersucht / Anorexie (Anorexia Nervosa)
- Ess-Brech-Sucht / Bulimie (Bulimia Nervosa)
- Binge Eating Störung
Hinzu kommen einige Erscheinungsformen, die nicht ganz den drei oben genannten zuzuordnen sind. Trotz der Unterschiede in der Entstehung, dem Verlauf und dem äußeren Erscheinungsbild haben alle Essstörungen etwas Gemeinsames:
- das Essen wird „zweckentfremdet“, d.h. es übernimmt andere Funktionen, als die bloße Nahrungsaufnahme,
- der Körper dient als Austragungsort für Konflikte, Aggressionen und innere Spannungszustände
- eine tiefe Unzufriedenheit mit sich selbst, die sich zwar häufig als Nicht-Akzeptanz des Körpers äußert, aber eigentlich die ganze Persönlichkeit oder auch die gesamte Lebenssituation umfasst.
Unter- oder Übergewicht weist nicht automatisch darauf hin, dass jemand eine Essstörung hat, wiederum schließt ein augenscheinliches Normalgewicht eine Essstörung nicht aus.
Es gibt keine genaue Daten über die Zahl der Erkrankten an einer Essstörung, einerseits, weil die Betroffenen über längere Zeiten die Störung verheimlichen, andererseits, weil sie oft nicht als solche erkannt wird, bzw. es werden nur die Begleiterscheinungen behandelt.
Zurzeit wird angenommen, dass 4 – 6% der Gesamtbevölkerung an einer Magersucht oder Bulimie erkrankt ist, davon 95% Frauen, bzw. Mädchen. Esssucht wird bei 9 - 25% der Gesamtbevölkerung geschätzt, dabei ist die Verteilung bei Frauen und Männern ungefähr gleich.
Die Ursachen einer Essstörung sind immer sehr komplex, es spielen persönliche, zwischenmenschliche und soziale Faktoren zusammen. Der hohe Anteil an Anorexie- und Bulimieerkrankter Frauen zeigt, dass bei der Entwicklung der Störung die Identität als Frau eine große Rolle spielt.
Die Essstörungen beeinträchtigen alle Lebensbereiche der Betroffenen und es wäre daher unzureichend, die ganze Problematik lediglich als „Effekt des gängigen Schönheitsideal“ zu verharmlosen.
Die Behandlung ist aufgrund der Komplexität der Störung in der Regel langwierig.
In den vergangenen Jahren wurde mit unterschiedlichen Therapiemodellen gearbeitet und dabei hat sich gezeigt, dass eine Kombination von Elementen aus verschiedenen therapeutischen Ansätzen am besten geeignet ist.
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