Leitbild

Stuttgarter Fachfrauen gründeten 1984 LAGAYA (Gaia: die griechische Erdgöttin, Symbol uralter Frauenkraft) - Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen e. V., um auf der Grundlage der feministischen Therapie Hilfe von Frauen für Frauen und Mädchen anzubieten.
Aus der bundesweit ersten Frauensuchtberatungsstelle entwickelten sich in den vergangenen Jahren drei Einrichtungen in verschiedenen Arbeitsfeldern mit inzwischen 18 Mitarbeiterinnen:

SUCHTHILFE

LAGAYA – Frauen-Sucht-Beratungsstelle:
Wir bieten süchtigen Frauen und Mädchen Beratung, ambulante Therapie, Weitervermittlung und Selbsthilfegruppen an. Unsere weiteren Aufgaben sind Prävention sowie Fachberatung und Weiterbildung für MultiplikatorInnen.

WOHNUNGSLOSENHILFE

MARA – Betreutes Wohnen für drogenabhängige und substituierte Frauen:
In ambulanter Wohnbetreuung bieten wir niedrigschwellige, ganzheitliche und individuelle Hilfe zur Überwindung der besonderen sozialen Schwierigkeiten von drogenabhängigen und substituierten Frauen an.

JUGENDHILFE

Mädchen.Sucht.Auswege – Flexible Suchtberatung und Prävention für Mädchen:
Wir bieten Beratung und Begleitung für Mädchen zwischen 10 und 21 Jahren (und deren Angehörige), führen Präventionsveranstaltungen für Mädchengruppen sowie Fachberatungen und Fortbildungen für FachkollegInnen, LehrerInnen und MultiplikatorInnen durch.

 

Unser Arbeitsansatz ist suchtintegrativ. Zielgruppen unserer Angebote sind Mädchen und Frauen mit Suchterkrankungen und Abhängigkeiten im weitesten Sinne (legale und illegale Substanzen, stoffgebundene und nicht-stoffgebundene Süchte, Ess-Störungen), weibliche Angehörige von Suchtkranken sowie Bezugspersonen.

Wir berücksichtigen und hinterfragen die Lebenswelten von Mädchen und Frauen im gesellschaftlichen Kontext. Das zentrale Anliegen unserer beratenden, pädagogischen und therapeutischen Angebote ist die Förderung der persönlichen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der von Sucht betroffenen Mädchen und Frauen. Nur durch einen Zuwachs an Autonomie sind Schritte hinsichtlich eines suchtfreien Lebens realisierbar.

Vor dem Hintergrund feministischer Theorie arbeiten wir methodenübergreifend unter Verwendung humanistischer, tiefenpsychologischer, systemischer pädagogischer und alltagspraktischer Ansätze. Die verbalen und nonverbalen Methoden sind jeweils abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Klientinnen.

In allen LAGAYA - Einrichtungen legen wir Wert auf einen flexiblen und unkomplizierten Zugang zu unseren Angeboten. Die Bereitstellung von Frei- und Schutzräumen für die Bearbeitung geschlechtsspezifischer Themen ist für uns unabdingbar.

Unsere Vereinsstrukturen zeichnen sich durch größtmögliche Transparenz aus. Eigenverantwortung und Offenheit unserer Mitarbeiterinnen für Veränderungen setzen wir voraus. Die Arbeit in unseren interdisziplinären Teams ist gekennzeichnet durch Wertschätzung und Klarheit der Arbeits-, Aufgaben- und Zuständigkeitsgebiete. Im Sinne von Gender-Mainstreaming berücksichtigen wir die Lebenslagen unserer Mitarbeiterinnen, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle.

Wir überprüfen und verbessern kontinuierlich die Qualität unserer Angebote und entwickeln neue und innovative Projekte.

In politischen Gremien sowie bei der Verbands- und Öffentlichkeitsarbeit vertreten wir sowohl fachliche Standards und Erfahrungswerte als auch feministische Grundhaltungen und Sichtweisen engagiert nach außen.

 

Unsere Vision

Wir arbeiten für eine Ausdifferenzierung und Erweiterung des Hilfeangebotes, um Mädchen und Frauen eine bestmöglich subjektorientierte Unterstützung bieten zu können.
Wir streben an, dass Frauen zur Hälfte die Entscheidungsträgerinnen in Wirtschaft, Politik und der lebensweltlichen Gestaltung ausmachen und sich somit sucht- und gewaltfördernde Bedingungen für Mädchen und Frauen reduzieren. Aus diesem Grund fordern wir für Mädchen- und Frauenarbeit mindestens 50% der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und Ressourcen.


Stand März 2012