Wie wirkt Kokain?
Kokain zeigt sowohl eine starke, stimulierende Wirkung auf die Psyche wie auch eine Wirkung auf den Blutkreislauf, indem es die Blutgefässe verengt und dadurch einen lokal betäubenden Effekt hat. Die stimulierende Wirkung des Kokains hängt direkt mit der Beeinflussung der Neurotransmitter im Gehirn zusammen. Die Nervenzellen, die Dopamin, Noradrenalin und Serotonin enthalten, werden verstärkt aktiviert. So kommt es zu einer sehr starken Stimulation des zentralen Nervensystems, welches sich äußert durch:
- eine euphorische und gehobene Stimmung
- eine gesteigerte Wachheit und Aufmerksamkeit
- stark gesteigertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- sinkende soziale und sexuelle Hemmungen, verminderte Ängste
- motorische Hyperaktivität durch den Anstieg der Pulsfrequenz, des Blutdrucks, der Körpertemperatur sowie der Atemfrequenz
Der Körper wird insgesamt auf eine höhere Leistungsfähigkeit eingestellt. Allerdings wird ihm keine Energie durch das Kokain zugeführt, vielmehr werden seine Kraftreserven verbraucht. Daher sind meist auch unangenehme Wirkungen und Folgeerscheinungen mit dem Konsum verbunden.
Charakteristisch für den Konsum von Kokain ist der phasenweise Verlauf der Rauschwirkung, bei der nach Abklingen der Euphorie negative Effekte in den Vordergrund treten können. Die positiv beschriebenen Stimmungen werden abgelöst von
- innerer Unruhe
- gesteigerter Aggressivität und erhöhter Reizbarkeit
- Angst- und Wahnvorstellungen (akustische und optische Halluzinationen)
- Depressionen bis hin zu Suizidgedanken
- Körperlichen und psychischen Erschöpfungszuständen
Das Ausmaß der Wirkung, vor allem des stimulierenden, aufputschenden Effekts hängt sehr stark von der Konsumart, der Dosis und der Qualität des Stoffs ab.
Die häufigste Konsumform ist das Sniefen des pulverförmigen Kokainhydrochlorids. Die Wirkung entfaltet sich nach ein paar Minuten und dauert ca. 20 bis 60 Minuten an.
Beim intravenösen Konsum setzt die Wirkung bereits nach wenigen Sekunden ein. Das Gehirn wird schlagartig überflutet mit stimulierenden Substanzen, wofür auch Begriffe wie "Rush", "Flash" oder "Kick" gebraucht werden. Die Wirkung allerdings hält nur sehr kurz an, nach ca. 10 Minuten verschwinden die euphorisierenden Effekte.
Ebenso verhält es sich beim Rauchen von Kokain: schnelle Wirkung, kurze Wirkdauer. Kokain wird in Form von Freebase oder in Form des Derivats Crack inhaliert. Hierbei kann der Wirkstoff besonders schnell in die Lunge und darüber in den Blutkreislauf gelangen. Ebenso hoch ist jedoch auch das Risiko dieser beiden Konsumformen, da die Abhängigkeitsgefahr durch den schnellen Kick besonders hoch ist.
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