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Alkohol

Alkoholische Getränke sind vielen Völkern seit Jahrtausenden bekannt und Alkoholkonsum in Maßen ist fester Bestandteil unserer Alltagskultur. Kinder beobachten also schon früh, dass Erwachsene Alkohol trinken. Es ist wichtig, dass sie später als Jugendliche einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol lernen.

Die Empfindsamkeit gegenüber Alkohol ist von Mensch zu Mensch verschieden und von verschiedenen Faktoren abhängig wie z. B. Alter, Geschlecht, psychische Verfassung, Lebensumstände. Aufgrund der körperlichen Beschaffenheit von Frauen und Männern geht man im Allgemeinen davon aus, dass Männer mehr Alkohol vertragen als Frauen.

Einen Grenzwert, ab wann riskanter Konsum zu Abhängigkeit führt, gibt es daher nicht.

Missbrauch und Abhängigkeit beginnen meist unspektakulär. Wer jedoch regelmäßig Alkohol trinkt, um z.B. Stress, Ärger Wut oder Trauer besser aushalten zu können, ist gefährdet.

Ein kritischer Punkt ist erreicht, wenn man sich ohne Alkohol kaum noch entspannen und wohl fühlen kann.

Quelle: DHS, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. Basisinformation Alkohol

Wie wirkt Alkohol?

Der Konsum von Alkohol zeigt deutliche Wirkung: Er kann eine verminderte Wahrnehmungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit erzeugen sowie eine verlangsamte Reaktionsgeschwindigkeit hervorrufen. Zudem kann das Vermögen dahingehend eingeschränkt werden, sich selbst und äußere Gefahrensituationen richtig einzuschätzen. Dies kann Auswirkungen auf kurzfristige Risiken (Unfälle, aggressives Verhalten, Vandalismus) haben. Besonders Mädchen begeben sich in Gefahrensituationen, wenn sie sehr betrunken sind und dafür leicht zum Opfer sexueller Übergriffe oder gar Vergewaltigungen werden. Daher gilt es, immer bei nahezu vollem Bewusstsein zu bleiben, um in Gefahrensituationen richtig handeln zu können.

Die Wirkung des Alkohols ist natürlich immer auch von verschiedenen Faktoren abhängig. Ganz klar spielt die Trinkmenge sowie die Alkoholart eine große Rolle. Zudem kommt aber die körperliche und psychische Beschaffenheit (Gewicht, Größe, Alter) und das Geschlecht hinzu. Mädchen und Frauen reagieren aufgrund ihres Körperbaus sensibler auf Alkohol als Jungen und Männer und werden daher meist schneller betrunken.

Besondere Risiken können bei einem Mischkonsum von Alkohol mit anderen Substanzen, vor allem aber Tabletten, entstehen.

Ein regelmäßiger Konsum kann auch längerfristige Risiken bergen. Denn Alkohol ist ein Suchtstoff und kann daher zu einer Abhängigkeit führen. Hierzu siehe auch „Was ist Sucht/Abhängigkeit“.

Die körperliche Abhängigkeit ist bei längerem Alkoholkonsum sehr offensichtlich. Es treten deutliche Entzugserscheinungen auf, wenn dem Körper kein Alkohol zugeführt wird, wie z.B. das Zittern der Hände.

Aber auch missbräuchlicher Konsum von Alkohol kann schnell zu körperlichen Schäden führen, da Alkohol ein zell- und nervenschädigender Stoff ist. Er hat negative Auswirkungen auf das Gehirn und die Organe. Die Schädigung bei Jugendlichen ist um ein Vielfaches größer, da sich diese noch in der körperlichen, wie aber auch in der gehirnorganischen Entwicklung befinden.

Um Risiken zu verringern und einen genussvollen, „gesunden“ Konsum zu gewährleisten, sind ein paar Dinge zu beachten. Siehe hierzu „Safe Use“.

Was sind Alkoholpops?

Alkopops sind überwiegend süße Mixgetränke, die durchsetzt sind mit Spirituosen.

Von der Alkoholindustrie bewusst beworben und aufgeladen mit Worten wie „fun“, „fresh“ und „cool“ sprechen sie gezielt ein trendbewusstes und junges Publikum an.

Im Durchschnitt beträgt der Alkoholgehalt von Alkopops 5-6 Vol.-% und damit mehr als 2 Schnapsgläser hochprozentigen Alkohols pro Flasche.

Geschmacklich wird der Alkohol mit Zucker und künstlichen Aromastoffen überlagert. Auch wer den Geschmack von hochprozentigem Alkohol nicht mag, kann Alkopops als lecker empfinden. Die Hemmschwelle für hochprozentigen Alkohol wird somit herabgesetzt. So besteht die Gefahr zu viel und zu schnell zu trinken.

Außerdem gelangt der Alkohol durch Zucker schneller ins Blut. Man wird also schneller betrunken.

Was passiert bei wie viel Promille?

Nahezu jeder Erwachsene hat schon mal Alkohol getrunken und weiß daher, dass die Wirkung von Alkohol sehr stark von der getrunkenen Menge abhängt. In welchem Verhältnis aber die Promille mit welchen psychischen Veränderungen stehen, das können die wenigsten genau angeben. Die folgende Übersicht gilt für Erwachsene. Zu bedenken ist, dass Alkohol von Mensch zu Mensch unterschiedlich wirkt, abhängig beispielsweise von Geschlecht und Gewicht. So reagieren Frauen aufgrund der unterschiedlichen körperlichen Beschaffenheit empfindlicher auf Alkohol als Männer. Vor allem aber auf Kinder und Jugendliche hat der Alkoholkonsum deutliche Auswirkungen. Kleinkinder sterben schon ab 0,5 Promille.

0,1 BIS 1,0 PROMILLE: GEHOBENE STIMMUNG, WOHLBEFINDEN

ab 0,3 Promille

  • leichte Verminderung der Sehleistung
  • Nachlassen von Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik-/Urteilsfähigkeit, Reaktionsvermögen
  • Anstieg der Risikobereitschaft

ab 0,8 Promille

  • ausgeprägte Konzentrationsschwäche
  • Einschränkung des Gesichtsfeld um 25 % (Tunnelblick) und verminderte Sehfähigkeit
  • Reaktionszeit um 30-50 % verlängert
  • Euphorie, zunehmende Enthemmung, Selbstüberschätzung
  • Gleichgewichtsstörungen

1,0 BIS 2,0 PROMILLE: RAUSCHSTADIUM

  • weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit, des räumlichen Sehens
  • gesteigerte Enthemmung und Verlust der Kritikfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit erheblich gestört
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Verwirrtheit, Sprechstörungen
  • Orientierungsstörungen

2,0 BIS 3,0 PROMILLE: BETÄUBUNGSSTADIUM

  • starke Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen
  • Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen
  • kaum noch Reaktionsvermögen, Muskelerschlaffung
  • Verwirrtheit
  • Erbrechen

3,0 BIS 5,0 PROMILLE: LÄHMUNGSSTADIUM

ab 3,0 Promille:

  • Bewusstlosigkeit
  • Gedächtnisverlust
  • schwache Atmung
  • Unterkühlung
  • Reflexlosigkeit

ab 4,0 Promille:

  • Lähmungen
  • Koma mit Reflexlosigkeit
  • unkontrollierte Ausscheidungen
  • Atemstillstand und Tod

Quelle: BZgA

Warum ist Rauschtrinken gefährlich?

Von Rauschtrinken („Binge drinking“) wird gesprochen, wenn fünf oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit getrunken werden. Mit dem Rauschtrinken sind jedoch erhebliche Risiken verbunden, denn Betrunkene sind für sich selbst und andere eine Gefahr:

  • Bei jedem Rausch sterben Gehirnzellen ab. Regelmäßiges Betrinken führt zu einem schlechteren Gedächtnis und verminderter die Intelligenz.
  • Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen können direkt durch einen schweren Rausch ausgelöst werden. Alkohol trägt oftmals zu Aggressivität und Gewalt gegen andere bei.
  • Statistisch gesehen werden Gewaltdelikte zu ca. 80% unter Alkoholeinfluss ausgeübt – überwiegend Mädchen und Frauen sind dabei Opfer.
  • Auch Selbstverletzungen, Verbrennungen und Erfrierungen sind mögliche Folgen von Trunkenheit. Die Unfallgefahr in allen Lebensbereichen ist für Betrunkene um ein Vielfaches erhöht.
  • Besonders bei schnellem Trinken von hochprozentigem Alkohol kann es zu einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung kommen.

 

Quelle: BZgA / www.drugcom.de

Safer Use
  • Es ist immer ratsam, beim Genuss von Alkohol langsam und vor allem nicht verschiedene Alkoholika durcheinander zu trinken! Genussvoller Konsum!
  • Zwischendurch sollte zu alkoholfreien Getränken gegriffen werden, am besten zu Wasser.
  • Bei Alkopops und Mixgetränken ist Vorsicht geboten! Sie schmecken zwar süß, haben aber eine starke Wirkung. Durch die Mischung verschwindet meist der Alkoholgeschmack. Der Zucker bewirkt jedoch, dass der Alkohol schneller im Blut aufgenommen wird.
  • Die Situation, in welcher Alkohol getrunken wird, sollte stimmig sein. Das heißt keinen Alkohol zu trinken, wenn man einen klaren Kopf braucht. Zudem muss damit gerechnet werden, dass am nächsten Tag noch Restalkohol im Blut ist.
  • Alkohol in Kombination mit Medikamenten oder anderen Drogen kann verheerende Wechselwirkungen erzeugen. Die Devise heißt, dies zu vermeiden!
  • In Gesellschaft kommt es häufiger vor, dass man zum Trinken eingeladen oder animiert wird. Nein zu sagen sollte dennoch kein Tabu sein!
  • Bei schlechter Laune kann es sehr verführerisch sein Alkohol zu trinken. Dadurch steigt jedoch die Gefahr, dass sich dies zu einer gewohnten Lösungsstrategie entwickelt und dadurch eine Abhängigkeit entsteht.
  • Besonders in der Gruppe ist es wichtig, auch auf andere zu achten, die Alkohol trinken. Eine betrunkene Person sollte nie allein gelassen werden.
  • Wenn der Zustand einer anderen Person besorgniserregend ist, z.B. weil sie nicht mehr ansprechbar ist, sollte sofort der Notarzt alarmiert werden!
  • Wenn Alkohol im Spiel ist, kommt es häufiger zu sexuellen Übergriffen. Für Frauen die angetrunken oder sogar bewusstlos sind, erhöht sich die Gefahrensituation vor Übergriffen oder auch Vergewaltigungen, da sie sich nicht mehr ausreichend wehren können!