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Was ist Cannabis?

Cannabis ist der wissenschaftliche Name der Pflanzengattung Hanf. Diese wächst in fast allen Klimazonen der Erde und enthält psychoaktive Substanzen. Diese rauscherzeugenden Wirkstoffe werden Cannabinoide genannt. Das bedeutendste und bekannteste ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC.

Es werden folgende Cannabisprodukte unterschieden:

  • Haschisch (Dope, Shit) ist das zu Platten oder Klumpen gepresstes Harz der weiblichen Cannabispflanze. Haschisch wird oft mit verschiedenen anderen Substanzen wie z.B. Sand und Henna gestreckt und hat einen THC-Gehalt von ca. 5-12%
  • Marihuana (Gras) sind klein geschnittene und getrocknete Blüten- und Pflanzenteile der weiblichen Cannabispflanze. Der THC-Gehalt ist geringer als bei Haschisch, ca. 1-7%. Allerdings wird durch gentechnische Verfahren der THC-Gehalt der Pflanze mittlerweile erheblich erhöht. Marihuana wird oftmals mit anderen grünen Pflanzenteilen, aber auch Zucker und/oder andere Substanzen, getreckt.
  • Haschischöl ist ein durch Einweichen, Filtern und Eindampfen von Haschisch oder Marihuana gewonnenes Öl mit sehr hohem THC-Gehalt (ca. 12-60%). Allerdings ist die Herstellung sehr aufwendig und damit sehr teuer, wodurch das Öl nicht sehr verbreitet ist.

Konsumformen:

Cannabisprodukte können pur (Wasserpfeife, Cannabispfeife) oder mit Tabak gemischt (Joints) geraucht werden. Zudem können sie in heißen Getränken aufgelöst und in Nahrungsmitteln verarbeitet werden (Kuchen, Kekse, etc).

Die Wirkung ist beim Konsum über Getränke und Nahrungsmittel um ein Vielfaches verstärkt. Darüber hinaus besteht durch die oftmals unklare Dosierung und ein möglicherweise verzögerter Wirkungseintritt ein erhöhtes Risiko einer Überdosierung.

Wie wirkt Cannabis?

Denken

angenehme Wirkungen:
Übliche Denkmuster treten in den Hintergrund. Neuartige Ideen und Einsichten, verbunden mit starken Gedankensprüngen, prägen das Denken unter Cannabiseinfluss.
unangenehme, gefährliche Wirkungen:
Aus Gedankensprüngen wird ein uferloses Durcheinander im Kopf. Konsumierende können keinen klaren Gedanken fassen („Peilung verlieren“) oder steigern sich in fixe Ideen bis hin zur Besessenheit.

Gedächtnis

angenehme Wirkungen:
Das Kurzzeitgedächtnis wird gestört. Was vor 5 Minuten geschehen ist, gerät bereits in Vergessenheit. In Gemeinschaft mit Gleichgesinnten wird dies oft als amüsant erlebt.
unangenehme, gefährliche Wirkungen:
Durch das gestörte Kurzzeitgedächtnis kommt es zu Erinnerungslücken und „Filmrissen“.

Wahrnehmung

angenehme Wirkungen:
Subjektiv wird die Wahrnehmung intensiviert, sonst Nebensächliches wird deutlicher wahrgenommen. Wegen der Störung des Kurzzeitgedächtnisses scheint die Zeit langsamer zu verstreichen.
unangenehme, gefährliche Wirkungen:
Konsumierende neigen zu Überempfindlichkeit bis hin zu Halluzinationen.

Kommunikation

angenehme Wirkungen:
Das Gemeinschaftserleben unter Freunden wird intensiviert, oft verbunden mit Albernheit. Konsumierende haben das Gefühl, sich besser in den anderen hineinfühlen zu können.
unangenehme, gefährliche Wirkungen:
Statt gemeinsamem Erleben, fühlen sich Konsumierende in „ihrem eigenen Film gefangen“, kriegen wenig von der Umwelt mit. Sie erleben sich als ausgegrenzt, können sich nicht mehr mitteilen.

Fühlen

angenehme Wirkungen:
Häufig ist der Rausch von euphorischen Gefühlen gekennzeichnet („high“) bei gleichzeitiger emotionaler Gelassenheit.
unangenehme, gefährliche Wirkungen:
Statt Euphorie entstehen Angst und Panikgefühle. Psychotische Symptome wie Verwirrtheit und Verfolgungsideen („Paranoia“) sind möglich („Horrortrip“).

Körpererleben

angenehme Wirkungen:
Einerseits schlägt das Herz schneller, andererseits erleben Konsumierende eine wohlige Entspannung. Ein Gefühl der Leichtigkeit bei gleichzeitig verlangsamten Bewegungen macht sich breit.
unangenehme, gefährliche Wirkungen:
Herzrasen, Übelkeit und Schwindel können sich einstellen. Ein Kreislaufkollaps ist möglich.

 

Quelle: Cannabis – Basisinformationen. Broschüre der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS)

Was sind die Risiken von Cannabis

Dauerhafter Cannabiskonsum ist mit psychischen, körperlichen und sozialen Risiken verbunden:

  • Wie bei vielen anderen Drogen auch, kann es bei anhaltendem Konsum von Cannabisprodukten zu einer psychischen Abhängigkeit kommen, d. h. es besteht ein innerer „Zwang“ mit einhergehendem Kontrollverlust in Bezug auf Beginn und Intensität des Konsums. In einzelnen Fällen sind in konsumfreien Phasen Zeichen einer leichten körperlichen Abhängigkeit zu erkennen (z.B. Zittern, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, …)
  • Dauerhafte und intensive Cannabiskonsumenten neigen verstärkt zu sozialen Rückzugstendenzen, leiden unter Motivations- und Antriebslosigkeit und reagieren auf ihre Umwelt mit Gleichgültigkeit. Ebenso zeigen sich das allgemeine Leistungsvermögen, die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses stark eingeschränkt.
  • Vor allem bei sehr jungen KonsumentInnen kann es zu hirnphysiologischen Folgeschäden mit Entwicklungsverzögerungen kommen. Des Weiteren können durch anhaltenden und starken THC-Konsum psychotische Symptome (bei Veranlagung bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen) ausgelöst werden.
  • Das Rauchen von Cannabis führt zu Erkrankungen der Atemwege (Asthma, Bronchitis, Luftröhren- und Lungenentzündungen), vor allem wenn es in Verbindung mit Tabak geraucht wird. Da der Rauch in der Regel tiefer inhaliert wird und länger in der Lunge verbleibt als beim Zigarettenkonsum kommt es zudem zu einem noch höheren Lungenkrebsrisiko.