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Was sind Halluzinogene?

Halluzinogene zählen zu den psychoaktiven Substanzen, die tiefgreifende psychische Veränderungen in der Wahrnehmung bewirken und Sinnesempfindungen verstärken (Farben werden z. B. intensiver wahrgenommen, Gegenstände fließen ineinander, …).

Die Bezeichnung Halluzinogen ist allerdings nicht ganz korrekt, da die Substanzen keine Halluzinationen im eigentlichen Sinne hervorrufen, d.h. im Gegensatz zu Halluzinationen werden real existierende Dinge verändert wahrgenommen. Die entstehenden Sinneseindrücke werden von den Betroffenen jedoch ähnlich erlebt und beschrieben, so dass sich die Bezeichnung „Halluzinogene“ im allgemeinen Sprachgebrauch gehalten hat.

Man unterscheidet zwischen

  • chemischen Halluzinogenen (z.B. LSD, Lachgas, PCP, Ketamin)
  • pflanzlichen bzw. natürlich vorkommenden Halluzinogenen. Hierzu gehören Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse wie z.B. Fliegenpilze, Engelstrompete, Tollkirsche und Stechapfel, Psilocybine (Zauberpilze) aus der Familie der Pilze sowie der Wirkstoff Meskalin, der aus Kaktusgewächsen gewonnen wird.

Konsumform:

Je nach Substanz werden pflanzliche Halluzinogene überwiegend gegessen, geraucht, getrunken oder als Salben zubereitet. Chemische Substanzen werden tendenziell geschluckt (z.B. auf Filz oder Papier geträufelt), geschnupft oder gespritzt.

Auch wenn die Substanzen zunächst sehr unterschiedlich erscheinen, ähneln sie sich sehr in ihrer Wirkung.

Wie wirken Halluzinogene?

Die Wirkung von Halluzinogenen ist stark abhängig von der Dosis, von der Konsumform, der konsumierenden Person und der Situation, in der konsumiert wird.

Alle Substanzen führen jedoch zu intensiven Veränderungen der Wahrnehmung, des Gefühlszustandes und von Sinneseindrücken, sowie einem verändertem Erleben von Raum und Zeit. Dies kann sich z.B. darin äußern, dass Bilder gesehen und Stimmen gehört werden, Sinneseindrücke sich vermischen, intensiver oder verzerrt erscheinen oder sich in ihrer Form verändern.

Zudem können bestehende Denkmuster durchbrochen und das natürliche Ich-Erleben aufgelöst werden. Dies kann als Eintritt in eine andere Sphäre, als tranceartige, mystische oder religiöse Erfahrung erlebt werden, andere wiederum empfinden dies als bedrohlich und Angst auslösend (Horrortrip).

Was sind die Risiken von Halluzinogenen?

Die Risiken beim Konsum von Halluzinogenen liegen vor allem in der unterschiedlichen und ungenauen Dosierbarkeit und somit in der Unvorhersehbarkeit des Rauscherlebnisses.

 

  • Die Dosierung ist grundsätzlich sehr schwierig und individuell unterschiedlich. Dies kann leicht zu einer Überdosierung führen, wenn z.B. die Wirkung verspätet bzw. verlangsamt eintritt und dann bereits nachdosiert wurde. Eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Folgen haben, da diese u. a. zu Leber-, Nieren- und Herz-Kreislaufversagen führen kann.
  • Wie unter den Wirkungsweisen beschrieben können, die jeweiligen Erlebnisse als positiv empfunden werden, jedoch auch massive Angstzustände und Panikattacken auslösen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass z.B. die „Flucht“ vor bestimmten Situationen, Personen, Tieren o. ä. zu einer nicht abschätzbaren Selbstgefährdung führen kann, z.B. durch einen Sprung aus dem Fenster oder Unfälle im Straßenverkehr.
  • Beim Konsum von Halluzinogenen besteht die Gefahr der psychischen Abhängigkeit. Der regelmäßige Konsum kann eine Toleranzbildung bewirken, d.h. die Dosis muss ständig erhöht werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • Weitere psychische Risiken sind die Verringerung der Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, Sprach- und Sehstörungen, allgemeine Verwirrtheit sowie das Risiko von auftretenden Flashbacks. Dies bedeutet, dass es auch Wochen und Monate nach der letzten Einnahme zu unerwarteten Rauschzuständen kommen kann.
  • Die schwerwiegendste Folgeerscheinung sind die durch den Konsum ausgelöste Psychosen (drogeninduzierte Psychosen), welche im allgemeinen Sprachgebrauch als „Hängenbleiben“ bezeichnet werden. Diese Psychosen können bereits nach dem ersten Konsum auftreten.
  • Als körperliche Folgeerscheinungen sind u. a. Atemnot, Herzrasen, Bluthochdruck, Schwankungen der Pulsfrequenz, des Blutdruckes und der Körpertemperatur, Schwindel, Übelkeit, Schwächegefühl, Krampfanfälle sowie Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen zu verzeichnen.