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Medikamnete

Sehr viele, auch rezeptfreie Medikamente können bei missbräuchlicher Verwendung zu einer Abhängigkeitsgefährdung führen. Dazu gehören Medikamente, die psychotrope oder psychoaktive Stoffe enthalten. Ein Missbrauch liegt vor, wenn die Einnahme über der ärztlichen empfohlenen Menge liegt.

Die meisten Betroffenen nehmen diese Medikamente nicht um einen „Rausch“ zu erleben, sondern um Beschwerden wie Nervosität, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Rückenschmerzen etc. zu lindern.

Bei anderen Medikamenten, z.B. Benzodiazepin, kann sich auch bei einer Einnahme einer niedrigen Dosierung, bereits nach zwei und spätestens nach 6 Wochen eine Abhängigkeit einstellen.

Medikamente wirken bei einem noch nicht ausgereiften Organismus anders als bei Erwachsenen. Dies sollte bei der Verordnung oder Selbstmedikation bei Jugendlichen oder Kindern beachtet werden.

Die geschätzte Zahl der Medikamentenabhängigen liegt bei 1,4 Mio. Etwa zwei Drittel davon sind Frauen. Übermäßige familiäre und berufliche Belastungen stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Medikamentenkonsum. Dass überwiegend Frauen medikamentenabhängig sind, hat viel mit der Tatsache zu tun, dass sie ihr Frauenleben angepasst und leise leben und folglich auch ihre Suchtmittelabhängigkeit unauffällig ist (von Medikamenten bekommt frau keine „Fahne“). Meist läuft alles sogar unter ärztlicher Verordnung.

Darüber hinaus leisten Frauen einen großen Teil der Krankenpflege und haben darüber einen alltäglichen Umgang mit Arzneimitteln.

Einfache Unterteilung der Medikamente:

Die Liste ist nicht vollständig. Sie soll eine Vielfalt über die Gefahren der Medikamente geben.

Schlafmittel (Hypnotika):
Benzodiazepinhaltige Schlafmittel sind z.B. Radedorm, Noctamid, Lendormin, Rohypnol, Dalmadorm.

Beruhigungsmittel:
Bei den Beruhigungsmitteln werden zwei Medikamentengruppen unterschieden: Sedativa und Tranquillantien, wobei die Unterscheidung oft willkürlich erscheint, da es sich um ähnliche und vergleichbar wirkende Stoffe handelt.
Sedativa werden tagsüber zur Beruhigung eingesetzt, während Tranquillantien vorwiegend zur Dämpfung von Angst und Spannungszuständen verordnet werden.
Überwiegend benzodiazepinhaltige „Tranquilizer“sind z.B. Valium, Tavor, Librium, Normoc, Lexotanil, Diazepam-ratiopharm, usw. und andere wie Buspiron, Meprobamat

Arzneiwirkstoff: Benzodiazepine
Benzodiazepine sind eine Gruppe von Arzneimittelwirkstoffen, die als Entspannung- und Beruhigungsmittel (Tranquilizer und Sedativa) oder als Schlafmittel (Hypnotika) verabreicht werden und zur Abhängigkeit führen können.
Als Verschreibungsempfehlung gilt die 4-K-Regel:
1. Klare Indikation
2. Kleine Dosis
3. Kurze Anwendungsdauer (14 Tage)
4. kein abruptes Absetzen

Z-Drugs:
Schlafmittel der dritten Generation. Sie sind chemisch nicht mit den Benzodiazepinen verwandt, besitzen aber pharmakologisch die gleichen Eigenschaften. Z.B. Zolpidem (Stinox), Zoplicon und Zalepon (Sonata).

Weck- und Aufputschmittel:
z.B. Ritalin, Percoffedrinol, Captagon, usw.

Schmerzmittel:
z.B. Valoron, Vivimed, Voltaren, Spalt N, Thomapyrin, Optalidon, usw.

Sonstige Psychopharmaka:
z.B. Limbatril, Distarneurin usw.
Unter Psychopharmaka werden Medikamente bezeichnet, die der Behandlung psychischer Beschwerden und neurologischer Erkrankung dienen. Etwa 70 % aller Psychopharmaka werden Frauen verschrieben, wobei die Altersgruppe der 40-60jährigen besonders hoch ist. Zu den Psychopharmaka gehören hauptsächlich die Tranquillantien, Sedativa und Hypnotika, die Stimulantien, Neuroleptika und die Antidepressiva.

Sonstige Präparate, die nicht als Psychopharmaka gekennzeichnet sind:
Kodeinhaltige Hustensäfte, Nasentropfen und -sprays
Abführmittel (Laxantien)
Appetitzügler: z.B. Amorphan, Eventin, Ponderax, Recatol N, Antidiapositum X 112, Fugoa, usw.
Harntreibende Mittel (Diuretika)